Teil 05: Krieg im 3. Jahrtausend – Kognitive Kriegsführung – Dimensionen

Es ist weit mehr als nur eine PSYOP …


Ich habe mir vor einiger Zeit das neue Buch von Kayvan Soufi-Siavash (Ken Jebson) bestellt.

Der Titel: “Die Macht der Propaganda“- Wie Sozial- und Verhaltensforschung im Auftrag der Eliten die Demokratiesimulation organisieren, passt natürlich in meinen Forschungs- und Recherche Kontext.

Bereits im Titel sind die Schwerpunkte des Buches zu erkennen. Es geht um die Sozial- und Verhaltenswissenschaften, die eingesetzt werden, um Meinungen, Denkmuster und das Verhalten von Menschen nach dem Willen elitärer Kreise zu ändern.
In der Tat sind das auch Schlussfolgerungen, zu denen ich gelangt bin.

Allerdings muss man sagen. Das ist „nur“ der Anfang.


Dr. Jonas Tögel, Amerikanist und Propagandaforscher, beschäftigt sich in seinem Buch “Kognitive Kriegsführung“ mit den sog. Soft-Power Techniken.

Das sind in der Regel Techniken, die in der Psychologie angewendet werden, um subtil Verhaltensänderungen im Menschen zu erzielen.

Und richtig. Diese Definitionen finden wir auf die eine oder andere Art auch in den militärischen Handbüchern zum Thema immer wieder.


Schauen wir noch etwas genauer hin

Mit diesen beiden Büchern stehen uns bereits drei Wissenschaftsdisziplinen zur Verfügung, die einen tieferen Einblick in die Methoden der Massenmanipulation geben.

  • Sozialwissenschaften
  • Verhaltenswissenschaften
  • Psychologie

Das ist ein sehr guter Start, insbesondere vor dem Hintergrund, dass das Thema, kognitiver Krieg, besonders im deutschsprachigen Raum immer noch extrem unterrepräsentiert ist, was offensichtlich gewollt ist.

Im englischsprachigen Raum sieht diese Welt schon ganz anders aus. Deswegen übersetzte ich auch viele Artikel zum Thema. Hauptsächlich, um darauf aufmerksam zu machen. Letztlich bin ich selbst auch erst durch eine Übersetzung auf dieses Thema gestoßen. Im weiteren Verlauf verweise ich noch auf so einen Artikel.

Dennoch möchte ich zu den vorliegenden Büchern einige erweiternde Gedanken anführen.

Es wäre nicht zielführend, kognitive Kriegsführung nur an den drei genannten wissenschaftlichen Disziplinen festzumachen, da so das Gesamtbild verborgen bleibt. Ein, nach meiner Meinung, zentraler Punkt in der Betrachtungsweise.

So stelle ich in Gesprächen immer wieder fest, dass kognitive Kriegsführung mit den althergebrachten Psychologischen Operationen (PSYOPs) gleichgestellt wird und häufig dadurch der Irrglaube entsteht, man habe schon verstanden worum es ginge, da man Propaganda ja schließlich kennt.
Dieser verfehlten Wahrnehmung muss ich leider widersprechen.

Wichtig zu verstehen ist, dass die klassischen PSYOPs nur noch ein Bestandteil innerhalb der kognitiven Kriegsführung sind. Sicher kein unwichtiger, aber dieses Feld geht inzwischen weit darüber hinaus, wie ich diesem Artikel noch aufzeigen werde.

Vor einiger Zeit habe ich mich mit der Frage beschäftigt, welche Wissenschaftszweige innerhalb der kognitiven Kriegsführung zu finden sind, da ich in offiziellen Dokumenten und bei sonstigen Recherchen immer wieder von “interdisziplinärer Forschung” im Zusammenhang gelesen habe.
Dieser Frage möchte ich in diesem Artikel nachgehen.


Noch einmal kurz eine etwas erweiterte Beschreibung

Kognitive Kriegsführung (Cognitive Warfare) ist ein interdisziplinäres Konzept, das verschiedene wissenschaftliche Disziplinen integriert, um das menschliche Denken, die Wahrnehmung und Entscheidungsfindung gezielt zu beeinflussen.

Diese Disziplinen werden oft kombiniert, um psychologische Operationen, Desinformationskampagnen, Propaganda oder andere Formen der Beeinflussung zu gestalten.

Kognitive Kriegsführung zielt darauf ab, die Wahrnehmung und Entscheidungsfindung von Individuen oder Gruppen zu manipulieren, oft durch den Einsatz moderner Technologien und sozialer Medien.

Die Vertiefung zeigt, wie jede Disziplin spezifische Methoden und Techniken beisteuert, die in einem komplexen, dynamischen System zusammenwirken, um kurz-, mittel- und langfristige kognitive und soziale Veränderungen zu erzielen. 
Einschließlich der dynamischen Anpassung an kulturelle, technologische und politische Entwicklungen in Echtzeit. (KI-gesteuert)

Die folgende Aufzählung erscheint wie ein multifunktionales und modulares Baukastensystem, welches je nach Bedarf und Anwendungsfall bestimmte Komponenten aus diesem Baukastensystem zusammenfügt und durchführt. Bis Ziel X erreicht wird.

Folgende Wissenschaftsdisziplinen habe ich bisher gefunden und sie dann mit Hilfe von Grok 3 (KI) in einen Kontext zur kognitiven Kriegsführung gestellt:

1. Anthropologie:
Berücksichtigt kulturelle und gesellschaftliche Unterschiede, um maßgeschneiderte Strategien für verschiedene Zielgruppen zu entwickeln. Dazu zählen ethnografische Studien, um kulturelle Schwachstellen oder Tabus zu identifizieren, die genutzt werden können.
3. Informatik und künstliche Intelligenz:
Entwicklung von Algorithmen, maschinellem Lernen und KI-Systemen zur Analyse von Verhaltensdaten, Erkennung von Mustern und Automatisierung von Desinformationskampagnen. Dazu gehören auch fortgeschrittene Techniken wie Natural Language Processing (NLP) zur Erstellung überzeugender Texte und Deepfake-Technologien zur visuellen Täuschung.
5. Kriminologie:
Analysiert psychologische und soziale Faktoren von Fehlverhalten oder Radikalisierung, um Schwachstellen in Zielgruppen zu identifizieren. Hier wird auch die Rolle von Cyberkriminalität und der psychologischen Vorbereitung auf extremistisches Verhalten betrachtet.
7. Linguistik:
Untersucht Sprache und Semantik, um Botschaften so zu formulieren, dass sie emotional und kognitiv wirksam sind. Dazu gehören auch Diskursanalysen und die Untersuchung von rhetorischen Strategien wie Metaphern oder Euphemismen.
9. Militärwissenschaft:
Integriert strategische und taktische Ansätze, um kognitive Kriegsführung in hybriden Konflikten anzuwenden. Dazu gehören Studien zu psychologischen Operationen (PsyOps), Desinformationsstrategien und die Integration von KI in militärische Planung.
11. Philosophie und Ethik:
Beleuchtet die ethischen Implikationen und moralischen Grenzen von kognitiver Manipulation. Erweitert um Debatten über Autonomie, Zustimmung und die Verantwortung von Staaten oder Organisationen bei der Anwendung solcher Techniken.
12. Politikwissenschaft:
Analysiert Machtstrukturen, geopolitische Dynamiken und die Rolle von Ideologien in Konflikten. Hier kommen auch Theorien zur hybriden Kriegsführung und die Auswirkungen von politischer Polarisierung auf kognitive Manipulation hinzu.
13. Psychologie 
(Hier habe ich bisher drei Teildisziplinen auffinden können, die das Bild noch deutlicher machen)
Psychologie – Kognitionsforschung:
Untersucht werden mentale Prozesse wie Wahrnehmung, Denken, Gedächtnis und Entscheidungsfindung, insbesondere wie diese durch Desinformation oder psychologische Operationen manipuliert werden können.
Psychologie – Sozialpsychologie:
Analysiert wird, wie Individuen durch soziale Interaktionen, Gruppendynamiken und kulturelle Kontexte beeinflusst werden, z. B. durch Propaganda oder soziale Normen.
Psychologie – Verhaltenspsychologie:
Beschäftigt sich mit Verhaltensmustern, Konditionierung und der Anwendung von Belohnungs- und Bestrafungssystemen zur Verhaltenssteuerung.
14. Soziologie:
Untersucht gesellschaftliche Strukturen, Gruppenverhalten und soziale Normen, um kollektive Wahrnehmungen zu beeinflussen. Ergänzt wird dies durch die Analyse von sozialen Netzwerken und der Rolle von Meinungsführern in der Verbreitung von Narrativen.

Anmerkung: Diese 14 Wissenschaftszweige, plus der Untergliederung aus der Psychologie zeigen hier bereits ein klares Bild, wie die Wissenschaft regelrecht vergewaltigt wird, um die dort gewonnenen Erkenntnisse, die ursprünglich mal dem Menschen dienen sollten, nun gegen Menschen gerichtet werden.
Das bedeutet: Die Wissenschaft als ein zentrales Element jeder Gesellschaft, wurde zunehmend unkontrollierbar gemacht.

Was sagt das nun aus?

Ich denke, schon allein an dieser Aufzählung ist zu erkennen, wie tief kognitive Kriegsführung inzwischen gehen kann, ohne den Anspruch auf Vollständigkeit zu erheben.

Angeregt durch den von mir übersetzten Artikel der Holländerin Elze van Hamelen, “Staatlich geförderte Experimente zur Verhaltenskontrolle und zum Social Engineering, im Original von Global Research, habe ich mir darüber hinaus die Frage gestellt, wie tief die Elemente der kognitiven Kriegsführung bereits in die Zivilgesellschaft vorgedrungen sind. Im Folgenden möchte ich die Bereiche der Zivilgesellschaft nur auflisten. In späteren Artikel werde ich diese Punkte wieder aufgreifen und genauer beleuchten.


Die Elemente der kognitiven Kriegsführung, die ursprünglich für militärische und geopolitische Kontexte entwickelt wurden, finden zunehmend Anwendung im zivilen Sektor.

Diese umfassen Manipulation von Wahrnehmung, Entscheidungsfindung und Verhalten durch psychologische, technologische und kommunikative Mittel.

Die Elemente der kognitiven Kriegsführung durchdringen den zivilen Sektor weitgehend, von kommerziellen bis hin zu sozialen und kulturellen Bereichen.

Der Unterschied zum militärischen Kontext liegt oft im Ziel (Profit, Einfluss statt Geopolitik), aber die Methoden – Wahrnehmungsmanipulation, Gedächtnisbeeinflussung und Entscheidungssteuerung – sind nahezu identisch.
Die zunehmende Digitalisierung verstärkt diese Trends, wobei ethische Fragen (z. B. Datenschutz, Manipulation von Minderjährigen) zunehmend relevant werden.

Folgende Bereiche konnte ich bisher identifizieren:

Arbeitswelt und HRBildung und Erziehung
– Interne Kommunikation
– Recruiting Strategien
– Stress Manipulation
– Curriculum-Design (Lehrplangestaltung)
– Desinformation als Lehrthema
– Verhaltenssteuerung
GesundheitssektorKulturelle und Unterhaltungsindustrie
– Gesundheitswerbung
– Impfkampagnen
– Verhaltensänderung
– Film und Serien
– Gaming
– Kunst und Literatur
Nachrichten und JournalismusPolitische Kampagnen und Wahlen
– Agenda-Setting
– Clickbait und Sensationalismus
– Selektive Berichterstattung
– Datengetriebene Manipulation
– Narrative Steuerung
– Psychologische Operationen
Soziale Medien und Influencer -MarketingWerbung und Marketing
– Desinformationskampagnen
– Filterblasen und Echokammern
– Micro -Targeting
– Entscheidungsfindung
– Gedächtnis Beeinflussung
– Wahrnehmungsmanipulation
Zivilgesellschaft und NGOs
– Bildungskampagnen
– Desinformation Abwehr
– Gegenpropaganda
– Kampagnenarbeit
– Kollektive Wahrnehmung
– Krisenkommunikation
– Netzwerkbildung

Die letzte Auflistung (zur Zivilgesellschaft) habe ich, wie bereits erwähnt, nur ansatzweise etwas tiefer recherchiert. Aber bereits hier wird deutlich, dass sich kognitive Kriegsführung wie ein Virus in faktische alle Lebensbereiche der Zivilgesellschaft hineingefressen hat.
Ein weiterer wichtiger Aspekt, um klar zu machen, dass es durchaus berichtigt ist, von einem unsichtbaren Krieg gegen den menschlichen Verstand zu sprechen. Und niemand kann sich dem entziehen, es sei denn:
Wir beginnen dort viel genauer hinzuschauen. Sachlich, rational und logisch und ohne Panikmodus.
Tun wir es nicht besteht die Gefahr von diesen perfiden Entwicklungen tatsächlich überrollt zu werden.


Ich wollte diese Auflistung im Kontext als Ergänzung darstellen, um aufzuzeigen, wie komplex diese Thematik insgesamt geworden ist.

Beste Grüße und bis bald.

Ralph

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